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Richtig Zitieren in der Bachelorarbeit

Zitieren klingt simpel, wird aber in Bachelorarbeiten ständig falsch gemacht. Fehlende Seitenzahl, gemischte Stile, vergessene Quellen -- und schon steht der Plagiatsverdacht im Raum. Wer gar nicht genau weiss, was ein Plagiat eigentlich ist, tappt besonders leicht in die Falle. Hier erfährst du, wie es richtig geht.

Grundlagen

Direktes Zitat vs. Indirektes Zitat

Bevor es ans Eingemachte geht: Du musst genau zwei Arten von Zitaten auseinanderhalten. Einmal wörtlich, einmal sinngemäß. Klingt einfach, sorgt aber für die meisten Fehler.

Direktes Zitat

Beim direkten Zitat übernimmst du eine Passage Wort für Wort. Anführungszeichen drum, fertig. Aber Achtung: Wirklich exakt heisst exakt. Rechtschreibung, Zeichensetzung, sogar Fehler im Original bleiben drin (die markierst du dann mit [sic]).

Beispiel (APA):

"Wissenschaftliches Arbeiten erfordert die konsequente Angabe aller verwendeten Quellen" (Mustermann, 2023, S. 45).

Wann direkt zitieren? Wenn es auf den genauen Wortlaut ankommt. Definitionen, Gesetzestexte, eine besonders treffende Formulierung -- dann ja. Sonst lieber paraphrasieren.

Indirektes Zitat

Hier gibst du den Inhalt einer Quelle mit eigenen Worten wieder. Keine Anführungszeichen, aber trotzdem eine Quellenangabe -- meistens mit "vgl." davor.

Beispiel (APA):

Laut Mustermann ist die vollständige Quellenangabe ein zentraler Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens (vgl. Mustermann, 2023, S. 45).

Übrigens: Indirekte Zitate sind der Normalfall in wissenschaftlichen Arbeiten. Wer viel indirekt zitiert, zeigt damit, dass er den Stoff wirklich verstanden hat -- nicht nur abtippen kann. Wichtig ist dabei, richtig zu paraphrasieren, ohne ins Plagiat zu rutschen.

Zitierstile

Die wichtigsten Zitierstile

Welcher Stil der richtige ist, hängt von deinem Fach und deiner Hochschule ab. Welchen du wählst, ist weniger wichtig als die Konsequenz: Einmal entschieden, durchziehen.

APA-Stil (American Psychological Association)

Der APA-Stil ist in den Sozial- und Naturwissenschaften weit verbreitet. Zitiert wird im Text mit Autor und Jahr in Klammern.

Im Text: (Mustermann, 2023, S. 45)

Literaturverzeichnis: Mustermann, M. (2023). Titel des Werkes. Verlag.

Harvard-Zitierweise

Die Harvard-Zitierweise ist besonders in den Wirtschaftswissenschaften beliebt. Sie ähnelt dem APA-Stil, unterscheidet sich aber in Details der Formatierung.

Im Text: (Mustermann 2023: 45)

Literaturverzeichnis: Mustermann, Max (2023): Titel des Werkes, Verlag, Ort.

Chicago-Stil

Der Chicago-Stil wird vor allem in den Geisteswissenschaften eingesetzt und bietet zwei Varianten: das Autor-Datum-System und das Fußnoten-Bibliographie-System.

Fußnote: Max Mustermann, Titel des Werkes (Ort: Verlag, 2023), 45.

Bibliographie: Mustermann, Max. Titel des Werkes. Ort: Verlag, 2023.

Deutsche Zitierweise (Fußnoten)

Die Deutsche Zitierweise arbeitet mit Fußnoten und ist in Jura, Geschichte und Philosophie verbreitet. Der Lesefluss wird nicht durch Klammerverweise unterbrochen.

Fußnote: Vgl. Mustermann, Max: Titel des Werkes, Verlag, Ort 2023, S. 45.

Bei Wiederholung: Vgl. Mustermann, S. 47. / Vgl. ebd., S. 48.

Fehler vermeiden

Häufige Zitierfehler

Mal ehrlich: Selbst wer sich Mühe gibt, macht beim Zitieren Fehler. Das Problem? Schon ein einziger vergessener Verweis kann als Plagiat durchgehen. Hier die häufigsten Stolperfallen:

1

Fehlende Seitenzahl

Quelle angegeben, Seitenzahl vergessen. Passiert staendig. Bei direkten Zitaten ist die Seitenzahl in fast allen Stilen Pflicht, bei indirekten wird sie zumindest dringend empfohlen. Wie viel Übereinstimmung überhaupt kritisch ist, erfährst du unter Plagiat Prozent-Grenze.

2

"Vgl." vergessen bei indirekten Zitaten

Bei der Deutschen Zitierweise und in vielen anderen Stilen wird ein indirektes Zitat mit "vgl." (vergleiche) eingeleitet. Fehlt dieses Kürzel, sieht es so aus, als wäre es ein direktes Zitat — ohne Anführungszeichen.

3

Falsche Reihenfolge im Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis muss alphabetisch nach Nachnamen sortiert sein. Mehrere Werke desselben Autors werden chronologisch geordnet. Fehler bei der Sortierung fallen Prüfern sofort auf.

4

Zitierstile mischen

Auf Seite 5 APA, auf Seite 20 plötzlich Fußnoten? Das fällt auf. Und es wirkt schlampig. Entscheide dich einmal, am besten ganz am Anfang, und dann bleib dabei. Im schlimmsten Fall drohen ernsthafte Konsequenzen, wenn ein Plagiat auffliegt.

5

Sekundärzitate nicht kennzeichnen

Du hast die Originalquelle nie gelesen, sondern nur ueber eine andere Quelle davon erfahren? Dann musst du das kennzeichnen: "Mustermann (2020), zitiert nach Musterfrau (2023)." Noch besser: Die Originalquelle selbst nachlesen. Auch ein Selbstplagiat — also das ungekennzeichnete Wiederverwenden eigener Texte — kann problematisch werden.

6

Internetquellen unvollständig angeben

Kein Abrufdatum, halbe URL, Autor fehlt komplett. Bei Internetquellen wird besonders oft geschludert. Auch Webseiten brauchen eine vollständige Quellenangabe -- mit dem Datum, an dem du die Seite aufgerufen hast.

Gut zu wissen

Klingt unfair? Ist es auch: Selbst unbeabsichtigte Zitierfehler koennen als Plagiat gewertet werden. Prüfer fragen nicht, ob du es absichtlich gemacht hast. Fehlende Quelle ist fehlende Quelle.

Deshalb vor der Abgabe nochmal alles checken -- per Hand und am besten zusätzlich mit einem Plagiatscanner.

Hilfsmittel

Tools die beim Zitieren helfen

Hand aufs Herz: Manuell zitieren ist nervig und fehleranfällig. Zum Glück gibt es Tools, die dir die Arbeit abnehmen. Hier die vier, die wirklich was taugen.

Citavi

Citavi ist an deutschen Unis der Platzhirsch. Literatur verwalten, Wissen organisieren, direkt in Word einfuegen -- alles drin. Viele Hochschulen stellen Campuslizenzen kostenlos bereit, also unbedingt nachfragen.

Besonders praktisch: Quellen direkt aus PubMed oder Google Scholar importieren und automatisch im richtigen Zitierstil formatieren lassen. Spart Stunden.

Zotero

Zotero ist ein kostenloses, Open-Source-Tool zur Literaturverwaltung. Es läuft auf allen Betriebssystemen und bietet Browser-Erweiterungen, mit denen du Quellen direkt beim Surfen speichern kannst.

Zotero unterstützt über 10.000 Zitierstile und lässt sich nahtlos in Word, LibreOffice und Google Docs integrieren. Die Cloud-Synchronisation ermöglicht den Zugriff von verschiedenen Geräten.

Mendeley

Mendeley von Elsevier kombiniert Literaturverwaltung mit einem sozialen Netzwerk für Forschende. Neben der Quellenverwaltung bietet es eine PDF-Annotation, Gruppenfunktionen und eine große Community.

Das Cite-Plugin für Word erstellt automatisch Quellenangaben und Literaturverzeichnisse. Mendeley ist in der Basisversion kostenlos und bietet 2 GB Cloud-Speicher.

Word-Zitierfunktion

Microsoft Word hat eine eingebaute Zitierfunktion, die für kleinere Arbeiten ausreichend sein kann. Übrigens: Auch KI-generierte Texte müssen korrekt gekennzeichnet werden. Unter "Verweise" kannst du Quellen anlegen, Zitate einfügen und automatisch ein Literaturverzeichnis erstellen lassen.

Der Vorteil: Kein zusätzliches Tool nötig. Der Nachteil: Die Funktionalität ist im Vergleich zu Citavi oder Zotero deutlich eingeschränkt, und die Auswahl an Zitierstilen ist begrenzt.

Achtung

Plagiate durch falsches Zitieren

Das unterschätzen viele: Du musst gar nicht absichtlich plagiieren. Ein paar Zitierfehler reichen, und schon steht der Plagiatsverdacht im Raum. Fuer den Prüfungsausschuss zaehlt das Ergebnis, nicht deine Absicht.

Diese Szenarien sehen wir immer wieder:

Fehlende Quellenangabe: Du hast eine Quelle verwendet, aber vergessen, sie zu zitieren. Im Plagiatsbericht taucht die Stelle als Übereinstimmung auf — und ohne Quellenangabe gilt sie als Plagiat.

Unvollständige Paraphrase: Du hast eine Passage umformuliert, aber zu nah am Original geblieben. Der Plagiatscanner erkennt die strukturelle Ähnlichkeit, und ohne "vgl." fehlt die Kennzeichnung als indirektes Zitat.

Copy-Paste-Reste: Beim Recherchieren hast du Textpassagen in dein Dokument kopiert, um sie spaeter umzuschreiben. Und dann? Vergessen. Bleibt der Originaltext stehen, fliegt das garantiert auf. Wie du Copy-Paste-Plagiate gezielt vermeidest, zeigen wir in einem eigenen Beitrag.

Die Loesung? Gar nicht so kompliziert. Lass deine Arbeit vor der Abgabe durch einen Plagiatscanner laufen. Dann siehst du sofort, wo es hakt -- und kannst noch nachbessern. Dabei gilt: Lieber in eine professionelle Lösung investieren, denn kostenlose Plagiatsprüfungen erkennen Paraphrasen und Zitierfehler kaum.

Lieber vorher als nachher

Ein Plagiat-Scan vor der Abgabe zeigt dir, wo Quellen fehlen oder Paraphrasen zu nah am Original sind. Dann kannst du noch was aendern -- danach nicht mehr.

Wir nutzen dafuer PlagAware mit über 70 Milliarden Quellen. Dieselbe Software, die auch an vielen Unis im Einsatz ist — und damit eine starke Turnitin-Alternative.

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FAQ

Häufige Fragen zum Zitieren

Richtig zitieren bedeutet, jede fremde Idee mit einer vollständigen Quellenangabe zu versehen. Bei direkten Zitaten setzt du den Wortlaut in Anführungszeichen und gibst Autor, Jahr und Seitenzahl an. Bei indirekten Zitaten gibst du die Quelle sinngemäß wieder und markierst sie mit "vgl." Wähle einen einheitlichen Zitierstil (APA, Harvard, Deutsche Zitierweise) und halte diesen in der gesamten Arbeit konsequent ein. Besonders bei Abschlussarbeiten ist das entscheidend — die Gefahren von Plagiaten in Abschlussarbeiten sind erheblich.

Ein direktes Zitat ist die wörtliche Übernahme einer Textpassage. Es steht in Anführungszeichen und muss exakt dem Original entsprechen, inklusive Seitenzahl. Ein indirektes Zitat gibt den Inhalt einer Quelle sinngemäß in eigenen Worten wieder. Es steht ohne Anführungszeichen, erfordert aber ebenfalls eine Quellenangabe, meist eingeleitet mit "vgl." (vergleiche). In wissenschaftlichen Arbeiten sind indirekte Zitate der Normalfall.

Es gibt keinen objektiv besten Zitierstil — die Wahl hängt von deinem Fachbereich und den Vorgaben deiner Hochschule ab. APA wird häufig in den Sozialwissenschaften verwendet, Harvard in den Wirtschaftswissenschaften, Chicago in den Geisteswissenschaften und die Deutsche Zitierweise mit Fußnoten ist in Jura und Geschichte verbreitet. Frage im Zweifel bei deinem Betreuer nach. Entscheidend ist nicht der Stil selbst, sondern dass du ihn konsequent und korrekt anwendest.

Prüfe deine Arbeit auf fehlende Zitate

Vermeide unbeabsichtigte Plagiate durch Zitierfehler. Unser Plagiat-Scan vergleicht deine Arbeit mit über 70 Milliarden Quellen und zeigt dir genau, welche Stellen problematisch sind. Mit dem Normseitenrechner siehst du vorab, was es kostet. Ergebnis in 15 Minuten. Bei Fragen hilft unser Hilfeguide.

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