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Plagiate: Copy & Paste vermeiden

Ein Klick, und der perfekt formulierte Satz aus dem Paper steht in deiner Arbeit. Kennt jeder, macht jeder — und genau da fangen die Probleme an. Hier zeigen wir dir ganz konkret, wie du Plagiate vermeidest, richtig zitierst und dabei deinen eigenen Schreibstil nicht verlierst.

Warum passieren Plagiate überhaupt?

Hand aufs Herz: Die wenigsten plagiieren absichtlich. Meistens ist es eine Mischung aus Zeitmangel, Unsicherheit und schlicht fehlendem Wissen über Zitierregeln. Du schreibst unter Druck, notierst dir eine Passage aus einer Quelle, und drei Tage später weißt du nicht mehr, ob der Satz von dir ist oder aus dem Buch.

Erschwerend kommt dazu: An deutschen Gymnasien lernt man so gut wie nichts über wissenschaftliches Zitieren. Erste Hausarbeit, erstes Semester — und plötzlich sollst du wissen, was ein indirektes Zitat ist. Wie soll das gehen?

Für internationale Studierende — über 400.000 in Deutschland — ist die Hürde noch höher. Quellentexte in einer Fremdsprache eigenständig wiedergeben? Das ist schwer. Also greift man eher mal zum Originalwortlaut.

Aber: Plagiate sind kein Schicksal. Wer die Gefahren von Plagiaten kennt und ein paar Routinen pflegt, kann sie komplett vermeiden.

Wusstest du?

Rund 75–80 % aller Studierenden geben in Umfragen zu, mindestens einmal unsauber zitiert zu haben. Meistens keine böse Absicht — aber die Konsequenzen interessiert das leider nicht.

Grundlagen

Welcher Zitierstil ist der richtige?

Das hängt von deinem Fach und deiner Hochschule ab. Klar, das ist unbefriedigend als Antwort — aber so ist es leider. Hier die wichtigsten Stile im Schnelldurchlauf:

Deutsche Zitierweise

Der Klassiker für Geisteswissenschaften und Jura. Quellen landen in Fußnoten — beim ersten Mal vollständig, danach als Kurzform. Wer seinen Lesefluss nicht ständig durch Klammern unterbrechen will, fährt damit gut.

APA-Stil (7. Auflage)

Wenn du Psychologie, Sozial- oder Erziehungswissenschaften studierst, kommst du an APA kaum vorbei. Klammerzitate direkt im Text — (Müller, 2023, S. 45) — klar strukturiert und international der Standard. Jedes gängige Literaturprogramm unterstützt APA.

Harvard-Stil

Sieht APA auf den ersten Blick ähnlich, hat aber kein einheitliches offizielles Regelwerk. Das Ergebnis: Jede Hochschule kocht ihr eigenes Süppchen. Verbreitet in BWL und Wirtschaftswissenschaften. Ganz wichtig hier: Schau dir den Zitierleitfaden deiner Fakultät an, bevor du loslegst.

IEEE-Stil

Informatik und Ingenieurwesen nutzen meistens IEEE. Statt Autorennamen stehen nummerierte Verweise in eckigen Klammern im Text: [1], [2], [3]. Das Literaturverzeichnis sortiert sich nach Reihenfolge des Auftretens, nicht alphabetisch.

Vancouver-Stil

Der Standard in der Medizin und Biomedizin. Ähnlich wie IEEE mit nummerierten Referenzen. An deutschen medizinischen Fakultäten weit verbreitet und von Journals wie dem Lancet oder BMJ genutzt.

DIN ISO 690

Die deutsche Industrienorm für bibliografische Angaben. Besonders in Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Bibliothekswissenschaft genutzt. Bietet standardisierte Regeln für alle Quellentypen.

Kernkompetenz

Richtig paraphrasieren in 5 Schritten

Paraphrasieren ist die wichtigste Technik, um Plagiate zu vermeiden. Dabei gibst du fremde Ideen in deinen eigenen Worten wieder — mit Quellenangabe. Die folgende Methode hilft dir, sauber zu arbeiten:

1

Lies und verstehe die Quelle

Lies die Passage mehrmals, bis du den Kerngedanken wirklich verstanden hast. Notiere dir die Hauptaussage in Stichpunkten — noch ohne eigene Formulierung.

2

Schließe die Quelle

Das ist der entscheidende Schritt: Klappe das Buch zu oder minimiere das PDF. Nur so verhinderst du, dass du unbewusst Formulierungen übernimmst.

3

Formuliere frei aus dem Gedächtnis

Schreibe den Gedanken jetzt in deiner eigenen Satzstruktur, deinem eigenen Wortschatz und deinem eigenen Stil auf. Nutze andere Satzanfänge und eine andere Satzstellung als das Original.

4

Vergleiche mit dem Original

Öffne die Quelle erneut und prüfe: Ist die Aussage inhaltlich korrekt wiedergegeben? Ist der Wortlaut ausreichend verschieden? Hast du unbeabsichtigt markante Formulierungen übernommen?

5

Ergänze die Quellenangabe

Auch eine perfekte Paraphrase braucht eine Quellenangabe. Markiere klar, wo der fremde Gedanke beginnt und endet: „Laut Müller (2023) ist …" oder „Wie Müller (2023) zeigt, …"

Häufiger Fehler: Das Mosaikplagiat

Ein Mosaikplagiat (auch „Bauernopfer" genannt) entsteht, wenn du einzelne Wörter austauschst, aber die Satzstruktur des Originals beibehältst. Mehr zu den verschiedenen Plagiatsarten findest du in unserem Artikel Unabsichtliches Plagiat.

Beispiel — Original:
„Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt grundlegend und stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen."

Falsch paraphrasiert:
„Die Digitalisierung wandelt die Arbeitswelt fundamental und stellt Firmen vor neue Aufgaben."

Richtig paraphrasiert:
„Unternehmen stehen durch den digitalen Wandel vor Herausforderungen, die ihre gesamte Arbeitsorganisation betreffen (Müller, 2023)."

Direkt vs. Indirekt

Wörtliches und sinngemäßes Zitieren

Zwei Grundformen des Zitierens — beide mit klaren Regeln:

Direktes Zitat

Wörtliche Übernahme einer Passage — immer in Anführungszeichen und mit exakter Seitenangabe. Verwende direkte Zitate sparsam: nur bei Definitionen, besonders prägnanten Formulierungen oder wenn du die genaue Wortwahl analysierst. Zitate über drei Zeilen werden als Blockzitat eingerückt.

Indirektes Zitat

Die sinngemäße Wiedergabe in eigenen Worten — ohne Anführungszeichen, aber mit Quellenangabe. In der deutschen Zitierweise wird ein „Vgl." (vergleiche) vorangestellt. Indirektes Zitieren macht den Großteil wissenschaftlicher Texte aus und zeigt, dass du die Quelle verstanden hast.

Allgemeinwissen

Allgemein bekannte Fakten brauchen keine Quellenangabe — z. B. „Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands". Faustregel: Wenn eine Information in fünf oder mehr unabhängigen Quellen ohne Beleg steht, gilt sie als Allgemeinwissen. Im Zweifelsfall lieber einmal zu viel zitieren.

Tools

Literaturverwaltung: Diese Tools helfen dir

Ein gutes Literaturverwaltungsprogramm spart dir nicht nur Zeit, sondern verhindert auch Fehler bei Quellenangaben. Hier sind die beliebtesten Tools an deutschen Hochschulen:

1

Citavi — Der Klassiker in Deutschland

Über 80 % der deutschen Hochschulen bieten Campuslizenzen an. Citavi organisiert nicht nur Quellen, sondern auch Exzerpte, Zitate und eigene Gedanken — ideal für die Wissensorganisation. Einziger Nachteil: Die Desktop-Version ist nur für Windows verfügbar.

2

Zotero — Kostenlos und plattformübergreifend

Open-Source, läuft auf Windows, Mac und Linux. Besonders beliebt bei Mac-Nutzern und in MINT-Fächern. Der Browser-Connector speichert Quellen mit einem Klick. Die Popularität wächst, da manche Unis ihre Citavi-Lizenzen nicht mehr verlängern.

3

Mendeley — Für den Austausch mit Forschenden

Gehört zum Elsevier-Konzern und bietet neben der Literaturverwaltung auch eine Community-Plattform für Forschende. Starker PDF-Reader mit Annotationsfunktion. Kostenlos mit 2 GB Cloud-Speicher.

4

EndNote — Der Profi-Standard

Besonders verbreitet in der Medizin und den Naturwissenschaften. Sehr leistungsfähig, aber teuer ohne institutionelle Lizenz (ca. 250 €). Starke Integration mit Web of Science.

Unser Tipp

Egal welches Tool du nutzt: Trage Quellen sofort ein, wenn du sie findest — nicht erst am Ende. Notiere immer Autor, Titel, Jahr und Seitenzahlen.

Und: Lass deine fertige Arbeit vor der Abgabe durch einen professionellen Plagiat-Scanner laufen. So erkennst du versehentlich übernommene Passagen, bevor es dein Prüfer tut.

Checkliste

Die Eigenständigkeitserklärung — was du wissen musst

An praktisch jeder deutschen Hochschule musst du bei der Abgabe deiner Arbeit eine Eigenständigkeitserklärung unterschreiben. Das solltest du darüber wissen:

Rechtliche Bedeutung

Wenn die Erklärung als „eidesstattlich" bezeichnet wird, hat sie strafrechtliche Relevanz. Was passiert, wenn du beim Plagiat erwischt wirst, erklären wir separat. Eine falsche eidesstattliche Versicherung kann gemäß § 156 StGB mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden — unabhängig von akademischen Konsequenzen.

Was du erklärst

Du bestätigst, dass du die Arbeit selbstständig und ohne unerlaubte Hilfe verfasst hast, alle Quellen angegeben sind und die Arbeit nicht anderweitig eingereicht wurde — auch das Thema Selbstplagiat spielt hier eine Rolle. Seit 2023 fordern viele Hochschulen zusätzlich eine Angabe zum Einsatz von KI-Tools — denn viele Unis können ChatGPT mittlerweile erkennen.

Handschriftlich unterschreiben

Die meisten Hochschulen verlangen eine eigenhändige Unterschrift. Verwende immer die exakte Vorlage deiner Fakultät — der genaue Wortlaut variiert von Uni zu Uni. Ohne Eigenständigkeitserklärung wird deine Arbeit in der Regel nicht bewertet.

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