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Plagiat erwischt — Was tun?

Erstmal durchatmen. Ein Plagiatsvorwurf fühlt sich an wie ein Schlag in die Magengrube, aber es ist nicht automatisch das Ende deines Studiums. Was jetzt zählt: Verstehen, was ein Plagiat eigentlich ist, was passiert ist, und die richtigen Schritte einleiten.

Konsequenzen

Welche Konsequenzen drohen?

Was genau auf dich zukommt, hängt von vielen Faktoren ab: deiner Hochschule, dem Studiengang, der Schwere des Vergehens. Die Faustregel ist simpel: Je dreister das Plagiat und je klarer der Vorsatz, desto härter die Strafe. An deutschen Unis sieht die typische Eskalation so aus:

1

Nachbesserung / Überarbeitung

Bei leichten Vergehen — eine vergessene Fußnote, ein fehlender Quellenverweis — lassen viele Dozenten mit sich reden. Du korrigierst die betroffenen Stellen und reichst die Arbeit nochmal ein. Das ist die mildeste Variante und tritt vor allem bei offensichtlich unbeabsichtigten Fehlern auf.

2

Note „nicht bestanden"

Der Klassiker: Die Arbeit bekommt eine glatte 5,0. Passiert am häufigsten. Je nach Prüfungsordnung darfst du die Prüfung wiederholen — aber mit einem neuen Thema und unter verschärfter Beobachtung. Dein Prüfer wird beim zweiten Mal garantiert genauer hinschauen.

3

Prüfungsausschluss

Hier wird es ernst. Bei schweren oder wiederholten Fällen kann dir die Wiederholung der Prüfung komplett verwehrt werden. Manchmal betrifft der Ausschluss sogar das ganze Modul. Was genau in deinem Fall gilt, steht in der Prüfungsordnung deiner Hochschule.

4

Exmatrikulation (bei Vorsatz)

Das worst-case Szenario. Wer nachweislich große Teile seiner Arbeit kopiert hat, systematisch getäuscht oder wiederholt aufgefallen ist, riskiert die Exmatrikulation. Bei Doktorarbeiten kann sogar der Titel nachträglich aberkannt werden — prominente Beispiele dafür gab es in den letzten Jahren genug. Die Gefahren von Plagiaten in Abschlussarbeiten reichen also weit über eine schlechte Note hinaus.

Ein wichtiger Unterschied

Fast alle Hochschulen unterscheiden zwischen fahrlässigem und vorsätzlichem Plagiat. Eine vergessene Fußnote ist etwas anderes als drei kopierte Kapitel. Das klingt offensichtlich, macht in der Praxis aber einen riesigen Unterschied. Übrigens gibt es keine feste Regel, ab welchem Prozentsatz es kritisch wird — mehr dazu unter Plagiat Prozent-Grenze.

Was in beiden Fällen hilft: Schnell und ehrlich reagieren. Wer mauert, macht es nur schlimmer.

Sofortmaßnahmen

Was du jetzt tun solltest

Ok, der Vorwurf steht im Raum. Jetzt bloß nicht kopflos werden. Diese fünf Schritte helfen dir, die Sache in den Griff zu bekommen:

1

Ruhe bewahren

Ja, die Nachricht ist ein Schock. Trotzdem: Nicht sofort panische E-Mails schreiben, nicht alles hinschmeißen. Atme durch und verschaffe dir erstmal einen Überblick. Ein Plagiatsvorwurf ist nicht das Ende deines Studiums.

2

Prüfungsordnung lesen

Klingt trocken, ist aber Gold wert: In der Prüfungsordnung deiner Hochschule stehen die Regeln zu Täuschungsversuchen, möglichen Sanktionen und — ganz wichtig — deine Rechte. Auch Widerspruchsfristen findest du dort. Lies das durch, bevor du irgendetwas anderes tust.

3

Gespräch mit Dozent/in suchen

Warte nicht, bis man auf dich zukommt. Geh selbst auf deinen Dozenten zu und zeig, dass du die Sache ernst nimmst. Klingt unangenehm? Ist es auch. Aber in vielen Fällen lässt sich durch ein offenes Gespräch eine deutlich mildere Lösung finden — vor allem wenn das Plagiat nicht absichtlich war.

4

Studienberatung kontaktieren

Du bist damit nicht allein. Die Studienberatung oder der AStA kennen solche Fälle und können dir bei formalen Schritten helfen. Manche Hochschulen haben sogar eine eigene Ombudsstelle für akademische Konflikte. Nutz das.

5

Unabsichtliches vs. absichtliches Plagiat klären

Sei ehrlich mit dir selbst: Wie ist es passiert? War es Schlamperei beim Zitieren, eine vergessene Fußnote, ein missglücktes Paraphrasieren? Oder war da doch mehr Absicht im Spiel? Die Antwort darauf wird die Prüfungskommission interessieren — und sie macht einen gewaltigen Unterschied bei den Konsequenzen.

Alles schriftlich festhalten

E-Mails, Gesprächsnotizen, offizielle Schreiben — sammle alles, was mit dem Plagiatsvorwurf zu tun hat. Falls es zu einem formalen Verfahren kommt, wirst du froh sein, eine lückenlose Dokumentation zu haben.

Häufiger als gedacht

Unabsichtliches Plagiat: Was ist das?

Nicht jeder, der beim Plagiat erwischt wird, ist ein Betrüger. Ein unabsichtliches Plagiat passiert, wenn du ohne jede Täuschungsabsicht gegen die Spielregeln des wissenschaftlichen Arbeitens verstößt. Und das kommt deutlich häufiger vor, als die meisten glauben.

Typische Stolperfallen:

Vergessene Quellenangabe — Eine Fußnote oder ein Literaturverweis wurde beim Schreiben schlicht vergessen
Fehlerhafte Paraphrase — Der Text wurde umformuliert, aber zu nah am Original geblieben. Wie du Copy-Paste-Plagiate vermeidest, zeigen wir in einem eigenen Beitrag.
Falsche Zitierweise — Die Zitierregeln wurden nicht korrekt angewendet oder verwechselt
Mangelnde Kenntnis — Studierende im ersten Semester kennen die Zitierregeln oft noch nicht ausreichend. Auch Selbstplagiate sind vielen nicht bewusst.

Klingt unfair? Ist es auch ein Stück weit. Denn formal bleibt ein Plagiat ein Plagiat — egal ob absichtlich oder nicht. Aber: Die meisten Hochschulen reagieren bei erkennbaren Versehen deutlich milder. Mehr dazu in unserem ausführlichen Beitrag über unabsichtliche Plagiate.

Wusstest du?

Die Hochschulrektorenkonferenz hat mal untersucht, warum es überhaupt zu Plagiatsfällen kommt. Das Ergebnis: Die meisten Fälle an deutschen Unis gehen auf mangelndes Wissen über korrektes Zitieren zurück — nicht auf bewussten Betrug. Ein Plagiat-Scan vor der Abgabe hätte viele dieser Fälle verhindert — dabei sollte man allerdings nicht auf kostenlose Plagiatsprüfungen vertrauen, da diese zu ungenau arbeiten.

Prävention

So vermeidest du Plagiate in Zukunft

Einmal reicht. Mit ein paar Gewohnheiten und den richtigen Tools passiert dir das nicht nochmal.

Zitieren richtig draufhaben

Welcher Zitierstil gilt bei dir — APA, Harvard, Chicago? Finde das raus und halte dich daran. Jede wörtliche Übernahme braucht Anführungszeichen, jede übernommene Idee eine Quelle. Und wenn du dir unsicher bist: Lieber eine Quelle zu viel als eine zu wenig. Auch der Einsatz von KI-Tools wie ChatGPT muss deklariert werden — ob die Uni ChatGPT erkennen kann, ist eine berechtigte Frage.

Literaturverwaltung nutzen

Verwende Tools wie Citavi, Zotero oder Mendeley, um deine Quellen von Anfang an systematisch zu dokumentieren. So vergisst du keine Quellenangabe und das Literaturverzeichnis erstellt sich fast von allein.

Richtig paraphrasieren

Lies die Quelle, schließe sie, und formuliere den Gedanken komplett in eigenen Worten. Vergleiche anschließend mit dem Original. Gib auch bei Paraphrasen immer die Quelle an — ein „vgl." vor der Quellenangabe reicht. Zusätzlich lohnt sich ein KI-Scan, wenn du KI-Tools als Hilfsmittel genutzt hast.

Nicht auf den letzten Drücker

Zeitdruck ist der Plagiat-Beschleuniger Nummer eins. Wer drei Tage vor Abgabe anfängt zu schreiben, nimmt es mit den Quellenangaben nicht mehr so genau. Fang früher an. Bau Puffer ein. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.

Schreibwerkstätten besuchen

Viele Hochschulen bieten kostenlose Schreibwerkstätten und Zitierkurse an. Nutze diese Angebote, um deine wissenschaftliche Schreibkompetenz zu verbessern und typische Fehler zu vermeiden.

Vor der Abgabe scannen

Übrigens: Ein Plagiat-Scan vor der Abgabe ist wie ein TÜV für deine Arbeit. Du siehst sofort, wo es hakt, und kannst noch nachbessern. Kostet ein paar Euro — mit dem Normseitenrechner siehst du vorab den genauen Preis — und spart dir im Zweifel richtig viel Ärger.

Weiterführend

Mehr zum Thema Plagiate

Falls du dich tiefer ins Thema einlesen willst:

Was ist ein Plagiat?

Von der wortwörtlichen Kopie bis zum Selbstplagiat — welche Arten gibt es und warum nimmt die Wissenschaft das so ernst?

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Unabsichtliches Plagiat

Wie rutscht man überhaupt unbeabsichtigt ins Plagiat? Und was passiert dann? Die wichtigsten Antworten.

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Nächstes Mal vorher prüfen

Lass es nicht nochmal so weit kommen. Gleicher Scanner, den auch die Unis verwenden — eine bewährte Turnitin-Alternative. Ergebnis in 15 Minuten, ab 0,29 EUR pro Normseite. Bei Fragen zum Ablauf hilft dir unser Hilfeguide.

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