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Selbstplagiat: Darf man eigene Texte wiederverwenden?

Du hast einen Text geschrieben, er gehört dir -- und trotzdem darfst du ihn nicht einfach nochmal einreichen? Klingt absurd, ist aber so. An deutschen Hochschulen gilt das Wiederverwenden eigener Texte ohne Kennzeichnung als Verstoß gegen wissenschaftliche Standards.

Was genau ist ein Selbstplagiat?

Selbstplagiat (manchmal auch Autoplagiat) -- klingt erstmal paradox. Wie soll man sich selbst bestehlen? Man ist doch der Urheber. Trotzdem ist es ein echtes Problem, und zwar ein verbreitetes.

Der Kern ist simpel: Jede Prüfungsleistung an der Uni soll eine eigenständige, neue intellektuelle Leistung sein. Wer alte Absätze in eine neue Arbeit kopiert, tut so, als hätte er sich nochmal frisch mit dem Thema auseinandergesetzt. Hat er aber nicht. Und genau da liegt das Problem.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sieht das in ihren Grundsätzen der guten wissenschaftlichen Praxis genauso. Und die meisten Prüfungsordnungen an deutschen Unis werten Selbstplagiate als Täuschungsversuch -- sofern du die eigene Vorarbeit nicht korrekt als Quelle angibst.

Kurz gesagt: Dein Wissen darfst du selbstverständlich nutzen. Aber du musst offenlegen, woher Textpassagen stammen. Auch wenn sie von dir selbst sind.

Kurz und knapp

Selbstplagiat = eigene, bereits eingereichte Texte ohne Kennzeichnung recyceln. Jede Arbeit muss eine eigenständige Leistung sein. Wer alte Passagen wiederverwendet, muss das durch eine Quellenangabe kenntlich machen. So einfach ist das.

Beispiele

Typische Beispiele für Selbstplagiate

Hand aufs Herz: Fast jeder Studierende war schon in einer dieser Situationen. Und oft ist gar nicht klar, dass es ein Problem ist.

Hausarbeit in der Bachelorarbeit

Klassiker: Du hast im Seminar eine Hausarbeit geschrieben und denkst dir "Warum nochmal schreiben, was ich schon hab?" -- und kopierst Absätze in die Bachelorarbeit. Ohne Verweis auf die Hausarbeit ist das ein Selbstplagiat. Auch wenn beides von dir stammt.

Dieselbe Arbeit nochmal einreichen

Thema passt, Arbeit ist fertig -- warum nicht einfach nochmal abgeben? Weil es eine bereits erbrachte Prüfungsleistung ist. Punkt. Auch wenn das andere Seminar nichts davon weiss: Du darfst eine Arbeit nicht doppelt verwerten.

Von der Bachelor- in die Masterarbeit

Liegt nahe, oder? Du baust auf deiner Bachelorarbeit auf und uebernimmst Passagen. Aber: Die Bachelorarbeit ist abgeschlossen und bewertet. Jede Formulierung, die du daraus uebernimmst, muss als Selbstzitat gekennzeichnet sein.

Rechtslage

Ist ein Selbstplagiat strafbar?

Kommt drauf an, wen du fragst. Rechtlich? Kein Problem. Akademisch? Kann richtig wehtun.

Rechtliche Perspektive

Rein rechtlich? Entspann dich. Du bist der Urheber, der Text gehoert dir. Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) schuetzt dein Verhaeltnis zu deinem Werk. Solange du keine exklusiven Rechte an einen Verlag abgetreten hast, darfst du deinen Text wiederverwenden, wie du willst.

Eine strafrechtliche Verfolgung wegen Selbstplagiat? Praktisch ausgeschlossen. Du kannst dein eigenes Urheberrecht schlicht nicht verletzen.

Akademische Perspektive

An der Uni sieht das ganz anders aus. Die meisten Prüfungsordnungen verlangen, dass jede Arbeit eine eigenständige Leistung ist. Wer dagegen verstößt, riskiert einen Täuschungsversuch.

Und die Konsequenzen? Nicht ohne:

  • Bewertung der Arbeit mit "nicht bestanden"
  • Verlust bereits erbrachter Studienleistungen
  • Vermerk in der Prüfungsakte
  • Im Wiederholungsfall: Exmatrikulation

Was genau passiert, steht in der Prüfungsordnung deiner Hochschule. Im Zweifel: vorher reinschauen. Nicht nachher.

Tipps

Selbstplagiate vermeiden

Keine Panik. Selbstplagiate zu vermeiden ist kein Hexenwerk. Du musst nicht so tun, als wüsstest du nichts -- du musst nur ehrlich damit umgehen, woher dein Wissen kommt.

1

Immer auf eigene Vorarbeiten verweisen

Behandle deine alte Arbeit wie eine fremde Quelle. Klingt komisch, ist aber der sicherste Weg. Ein einfacher Verweis wie "Vgl. eigene Hausarbeit, 2024" reicht oft schon.

2

Dozentin oder Dozenten vorab informieren

Dein neues Thema überschneidet sich mit einer alten Arbeit? Sag es einfach. Mal ehrlich: Die meisten Dozierenden finden Ehrlichkeit gut und sagen dir dann, was geht und was nicht.

3

Neuen Blickwinkel wählen

Statt Copy-Paste nimm dein Vorwissen als Sprungbrett. Dreh die Fragestellung um, nutze eine aktuellere Methode, erweitere den theoretischen Rahmen. So profitierst du von deiner Vorarbeit, ohne Texte zu recyceln.

4

Plagiat-Scan nutzen, um Überschneidungen zu finden

Lass deine Arbeit vor der Abgabe durch einen professionellen Plagiat-Scanner laufen. Der findet Übereinstimmungen mit deinen früheren Arbeiten -- und du kannst die Stellen noch rechtzeitig ueberarbeiten, bevor dein Dozent sie sieht.

Kurz-Checkliste

Bevor du deine Arbeit abgibst, stelle dir diese Fragen:

  • Habe ich alle eigenen Vorarbeiten im Literaturverzeichnis aufgeführt?
  • Sind wörtliche Übernahmen aus eigenen Texten als Selbstzitat markiert?
  • Weiß mein Dozent oder meine Dozentin von thematischen Überschneidungen?
  • Habe ich einen Plagiat-Scan durchgeführt?

Erkennt ein Plagiatscanner Selbstplagiate?

Kurze Antwort: Ja. Wenn deine fruehere Arbeit irgendwo in einer Datenbank liegt -- und das ist bei den meisten wissenschaftlichen Arbeiten der Fall -- findet ein guter Plagiatscanner die Übereinstimmung.

Unser Partner PlagAware durchsucht über 70 Milliarden Quellen: wissenschaftliche Datenbanken, Online-Publikationen, Hochschul-Repositorien. Wurde deine fruhere Arbeit online veroeffentlicht oder zuvor ueber PlagAware geprüft? Dann wird sie gefunden.

Und so laeuft das konkret ab:

  • Textabgleich: Die Software vergleicht deinen neuen Text Satz für Satz mit allen verfügbaren Quellen, einschließlich deiner eigenen früheren Arbeiten.
  • Ähnlichkeitsbericht: Übereinstimmende Passagen werden farblich markiert und mit der Originalquelle verknüpft. Du siehst sofort, welche Stellen problematisch sein könnten.
  • Paraphrasenerkennung: Auch umformulierte Passagen werden erkannt. Selbst wenn du Sätze umgestellt oder einzelne Wörter ausgetauscht hast, erkennt die Software die inhaltliche Übereinstimmung.

Genau deshalb macht es Sinn, deine Arbeit vor der Abgabe selbst zu scannen. Lieber du findest die Überschneidungen als dein Dozent. Dann kannst du noch nachbessern, Quellen ergaenzen oder Passagen umschreiben.

Mach den Check vorher

Mit unserem Plagiat-Scan siehst du in 15 Minuten, welche Stellen deiner Arbeit mit frueheren Texten uebereinstimmen. Kein Abo, kein Konto -- einfach hochladen und pruefen.

Besser du weisst Bescheid als dein Pruefer.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Selbstplagiat

Was Studierende am häufigsten zum Thema Selbstplagiat wissen wollen.

Was ist ein Selbstplagiat?

Ein Selbstplagiat liegt vor, wenn du eigene, bereits veröffentlichte oder eingereichte Texte erneut verwendest, ohne darauf hinzuweisen. Auch wenn du der Urheber bist, gilt dies in der Wissenschaft als Verstoß gegen die gute wissenschaftliche Praxis, da jede eingereichte Arbeit eine eigenständige Leistung darstellen soll. Im Unterschied zum klassischen Plagiat wird hier kein fremdes, sondern das eigene geistige Eigentum ohne Kennzeichnung wiederverwendet.

Kann man für ein Selbstplagiat bestraft werden?

Rechtlich ist ein Selbstplagiat in der Regel unproblematisch, da du als Urheber die Rechte an deinem eigenen Text besitzt. Akademisch kann es jedoch ernste Konsequenzen haben: Je nach Prüfungsordnung drohen die Bewertung mit "nicht bestanden", der Verlust von Studienleistungen oder im Wiederholungsfall sogar die Exmatrikulation. Entscheidend ist immer die Prüfungsordnung deiner Hochschule.

Erkennt ein Plagiatscanner Selbstplagiate?

Ja, professionelle Plagiatscanner wie PlagAware vergleichen eingereichte Texte mit einer umfangreichen Datenbank, die auch bereits veröffentlichte oder zuvor hochgeladene Arbeiten umfasst. Wenn deine frühere Arbeit online verfügbar ist oder in der Datenbank der Hochschule gespeichert wurde, wird die Übereinstimmung erkannt und im Prüfbericht markiert. Deshalb empfehlen wir, deine Arbeit vor der Abgabe selbst mit einem Plagiat-Scanner zu prüfen.

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