Paraphrasieren ohne Plagiat: So geht es richtig
Paraphrasieren bedeutet, einen fremden Gedanken in eigenen Worten wiederzugeben — mit Quellenangabe. Ohne Quellenangabe ist auch eine perfekte Paraphrase ein Plagiat. Der häufigste Fehler: Studierende ändern nur einzelne Wörter statt den Text wirklich neu zu formulieren.
Was ist eine Paraphrase?
Eine Paraphrase ist die sinngemäße Wiedergabe eines fremden Gedankens in eigenen Worten. Anders als beim direkten Zitat übernimmst du dabei nicht den exakten Wortlaut, sondern formulierst die Aussage selbstständig um — behältst jedoch den inhaltlichen Kern bei.
Der entscheidende Unterschied zum direkten Zitat: Ein Zitat gibt den Originaltext wortgetreu wieder und steht in Anführungszeichen. Eine Paraphrase hingegen verwendet deine eigene Sprache und Satzstruktur. Beide Formen erfordern jedoch zwingend eine Quellenangabe.
In wissenschaftlichen Arbeiten sind Paraphrasen sogar häufiger als direkte Zitate. Sie zeigen, dass du den Stoff verstanden hast und in der Lage bist, ihn eigenständig zu verarbeiten. Doch genau hier lauert die Gefahr: Wer nur oberflächlich umformuliert, riskiert ein Plagiat.
Zitat vs. Paraphrase
Direktes Zitat: "Wörtliche Übernahme" (Autor, Jahr, S. X)
Paraphrase: Sinngemäße Wiedergabe in eigenen Worten (vgl. Autor, Jahr, S. X)
In beiden Fällen ist die Quellenangabe Pflicht.
Richtig Paraphrasieren in 4 Schritten
Mit dieser Methode stellst du sicher, dass deine Paraphrasen eigenständig formuliert sind und kein Plagiat darstellen.
Originaltext lesen und verstehen
Lies die Passage mehrfach und stelle sicher, dass du den Kerngedanken wirklich verstanden hast. Mache dir Notizen zu den zentralen Aussagen — aber nicht in den Worten des Originals. Es geht darum, die Idee zu erfassen, nicht den Wortlaut auswendig zu lernen.
Text weglegen und in eigenen Worten aufschreiben
Lege das Original beiseite — das ist der wichtigste Schritt. Schreibe nun aus dem Gedächtnis auf, was du verstanden hast. Verwende deine eigene Satzstruktur, deine eigenen Formulierungen und deinen eigenen Schreibstil. Wenn du den Originaltext noch vor dir hast, wirst du unweigerlich Formulierungen übernehmen.
Mit Original vergleichen
Vergleiche deine Formulierung nun mit dem Originaltext. Prüfe: Hast du unbeabsichtigt Satzstrukturen oder Schlüsselbegriffe übernommen? Ist der Inhalt korrekt wiedergegeben? Wenn sich dein Text zu stark am Original orientiert, formuliere erneut um. Eine gute Paraphrase sollte sich deutlich vom Originaltext unterscheiden.
Quellenangabe hinzufügen
Auch die beste Paraphrase ist ohne Quellenangabe ein Plagiat. Füge eine korrekte Quellenangabe im von deiner Hochschule geforderten Zitierstil hinzu (z.B. APA, Harvard, Chicago). Bei Paraphrasen wird in der Regel "vgl." (vergleiche) vor die Quelle gesetzt. Vergiss nicht den Eintrag im Literaturverzeichnis. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel zum richtigen Zitieren.
Beispiel: Gute vs. schlechte Paraphrase
Anhand eines konkreten Beispiels siehst du den Unterschied zwischen einer unzureichenden und einer gelungenen Paraphrase.
Originaltext
"Die zunehmende Digitalisierung hat die Art und Weise, wie wissenschaftliche Arbeiten verfasst und überprüft werden, grundlegend verändert. Plagiatssoftware kann heute Milliarden von Quellen in Sekunden durchsuchen und auch subtile Textübereinstimmungen aufdecken."
(Müller, 2023, S. 45)
Schlechte Paraphrase
"Die wachsende Digitalisierung hat die Art und Weise, wie akademische Arbeiten geschrieben und geprüft werden, fundamental verändert. Plagiatsprogramme können heute Milliarden von Quellen in Sekunden durchsuchen und auch feine Textähnlichkeiten erkennen."
Problem: Hier wurden lediglich einzelne Wörter durch Synonyme ersetzt (zunehmend → wachsend, grundlegend → fundamental, Software → Programme). Die Satzstruktur ist identisch geblieben. Ein Plagiatscanner würde diese Passage erkennen.
Gute Paraphrase
"Durch den digitalen Wandel hat sich die akademische Textproduktion stark gewandelt. Moderne Prüftools gleichen eingereichte Texte mit riesigen Datenbanken ab und identifizieren dabei selbst unauffällige Übereinstimmungen (vgl. Müller, 2023, S. 45)."
Richtig: Der Gedanke wurde vollständig neu formuliert — mit eigener Satzstruktur, eigenen Begriffen und einer anderen Perspektive. Die Quellenangabe ist korrekt vorhanden.
Häufige Fehler beim Paraphrasieren
Diese drei Fehler machen Studierende beim Paraphrasieren besonders häufig — und riskieren damit ein Plagiat.
Nur Synonyme tauschen
Viele Studierende ersetzen lediglich einzelne Wörter durch Synonyme und glauben, damit ausreichend paraphrasiert zu haben. Doch wenn die Satzstruktur identisch bleibt, handelt es sich weiterhin um ein Plagiat. Ein Plagiatscanner erkennt solche oberflächlichen Änderungen zuverlässig. Richtig paraphrasieren bedeutet, den gesamten Satz oder Absatz neu zu denken und neu zu formulieren.
Satzstruktur beibehalten
Selbst wenn du neue Wörter verwendest — behältst du den gleichen Satzbau bei, ist deine Paraphrase nicht eigenständig genug. Eine gute Paraphrase verändert nicht nur die Wortwahl, sondern auch die Reihenfolge der Informationen, die Satzlänge und die grammatische Struktur. Versuche, den Gedanken aus einer anderen Perspektive zu formulieren.
Quellenangabe vergessen
Der vielleicht häufigste und folgenschwerste Fehler: Die Paraphrase ist perfekt formuliert, aber die Quellenangabe fehlt. Ohne Verweis auf die Originalquelle ist jede Paraphrase automatisch ein Plagiat — egal wie gut sie umformuliert wurde. Gewöhne dir an, die Quelle sofort beim Schreiben zu ergänzen, nicht erst später.
Paraphrasen und Plagiatscanner
Viele Studierende fragen sich, ob ein Plagiatscanner paraphrasierte Textstellen überhaupt erkennen kann. Die Antwort: Ja, moderne Plagiatscanner erkennen auch Paraphrasen — zumindest wenn diese oberflächlich erstellt wurden.
Professionelle Tools wie PlagAware, das auch von unserem Plagiat-Scan-Service eingesetzt wird, analysieren nicht nur den exakten Wortlaut. Die Software vergleicht Satzstrukturen, erkennt Synonymersetzungen und bewertet semantische Ähnlichkeiten. Wenn du also nur einzelne Wörter austauschst oder Sätze leicht umstellst, wird der Scanner dies mit hoher Wahrscheinlichkeit markieren.
Nur wirklich eigenständig formulierte Paraphrasen — bei denen Satzstruktur, Wortwahl und Perspektive grundlegend verändert wurden — werden in der Regel nicht als Textübereinstimmung erkannt. Das zeigt: Wer richtig paraphrasiert, muss sich vor einem Plagiatscanner nicht fürchten.
Unser Tipp: Lass deine Arbeit vor der Abgabe von einem professionellen Plagiat-Scanner prüfen. So entdeckst du problematische Stellen rechtzeitig und kannst sie überarbeiten.
Was erkennt PlagAware?
Direkte Kopien — wörtliche Textübernahmen
Synonymersetzungen — ausgetauschte Einzelwörter
Strukturelle Ähnlichkeit — identischer Satzbau
Semantische Übereinstimmung — gleicher Inhalt, andere Worte
Häufig gestellte Fragen zum Paraphrasieren
Die wichtigsten Fragen rund um Paraphrasen und Plagiate — kurz und verständlich beantwortet.
Ist Paraphrasieren ein Plagiat?
Nein — Paraphrasieren ist eine legitime wissenschaftliche Technik. Es wird erst zum Plagiat, wenn die Quellenangabe fehlt oder die Umformulierung so oberflächlich ist, dass sie praktisch eine Kopie darstellt. Wer den Gedanken wirklich in eigenen Worten wiedergibt und die Quelle korrekt angibt, paraphrasiert ohne Plagiat.
Wie paraphrasiert man richtig?
Lies den Originaltext, lege ihn beiseite und schreibe den Gedanken aus dem Gedächtnis in eigenen Worten auf. Vergleiche dann mit dem Original und passe bei zu großer Ähnlichkeit an. Vergiss auf keinen Fall die Quellenangabe. Details findest du in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung oben.
Können Plagiatscanner Paraphrasen erkennen?
Ja, moderne Plagiatscanner wie PlagAware erkennen oberflächliche Paraphrasen, bei denen nur einzelne Wörter ausgetauscht oder Sätze leicht umgestellt wurden. Wirklich eigenständig formulierte Paraphrasen mit veränderter Satzstruktur und eigener Wortwahl werden hingegen in der Regel nicht als Plagiat markiert.
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